Ein Orden mit Hundegebell
Im Europa des 18. Jahrhunderts war der Mops ein beliebtes Motiv. Um 1740 entstand eine Gesellschaft freimaurerischer Prägung, die ihn als Zeichen für Treue und Mut wählte. Sie ließ auch Frauen zu. Ihre Mitglieder nannten sich Möpse.
Eine Schrift von 1745 schildert die Aufnahme: Neuankömmlinge sollten an der Tür kratzen, wurden mit verbundenen Augen herumgeführt und von bellenden Mitgliedern empfangen. Auch Mopsfiguren gehörten zur beschriebenen Zeremonie. Die Szene klingt wie aus einer Komödie – und war vermutlich bewusst eine Persiflage auf andere Ordensrituale.
Wie groß war das Geheimnis?
Das Kurpfälzische Museum Heidelberg ordnet den Mopsorden in die Zeit nach dem päpstlichen Verbot der Freimaurerei für Katholiken von 1738 ein. Ob Clemens August von Bayern den Orden tatsächlich gründete, wird dort ausdrücklich nur als Vermutung beschrieben. Auch seine Verbreitung und Lebensdauer sind unbekannt.
Die 1745 gedruckte Beschreibung ist eine Quelle für die Vorstellung vom Orden, aber kein Beweis dafür, dass jede geschilderte Zeremonie überall genau so stattfand. Gerade dieser Abstand zwischen überliefertem Ritual und gesichertem Alltag macht die Geschichte spannend.