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HISTORISCHE ANEKDOTE / FORTUNÉ

Der Mops in Napoleons Bett

Fortuné, Joséphine und ein Platz, den angeblich keiner freiwillig räumte.

Überlieferte AnekdoteFortuné ist in einem Brief Napoleons erwähnt. Die Geschichte vom Biss beruht auf einer später veröffentlichten Erinnerung und lässt sich nicht unabhängig bestätigen.
Joséphines Mops Fortuné hatte offenbar einen festen Platz an ihrer Seite. Als Napoleon in ihr Leben trat, so lautet die Anekdote, betrachtete der kleine Hund ihn weniger als Ehemann denn als Eindringling.

Ein ungeliebter Rivale

In einem Brief vom Juli 1796 schickte Napoleon seiner Frau Grüße – und sogar Fortuné, obwohl er dessen unangenehmes Wesen anmerkte. Den Hund kannte er also wirklich. Die berühmtere Szene findet sich in einer späteren Überlieferung: Napoleon soll dem Schriftsteller Antoine-Vincent Arnault erzählt haben, Fortuné habe bereits vor der Hochzeit in Joséphines Bett geschlafen. Er selbst habe sich mit diesem Platz arrangieren müssen; der Hund dagegen habe ihm in ein Bein gebissen.

Wie Napoleon dabei sprach oder wie die Szene genau ablief, wissen wir nicht aus einem zeitgenössischen Bericht über die Nacht. Die ausgeschmückte Beißgeschichte sollte daher als Anekdote gelesen werden, nicht als gesicherte Tatsachenschilderung.

Warum sie weitererzählt wird

Die Erzählung dreht die Machtverhältnisse um: Der spätere Kaiser mag über Armeen bestimmen, doch bei Joséphines Hund konnte er seinen Wunsch offenbar nicht durchsetzen. Fortuné bleibt darin ein kleiner, eigensinniger Charakter mit erstaunlich großem Auftritt.

Quelle und Einordnung

Die verlinkte Ausgabe enthält den Brief an Joséphine sowie eine redaktionelle Anmerkung mit der auf Arnault zurückgeführten Erzählung. Brief und spätere Anekdote sind unterschiedliche Arten von Belegen.