Die List
Statt die letzten Lebensmittel unter allen aufzuteilen, so erzählt man, fütterten die Brettener damit einen kleinen Hund. Tag für Tag wurde das Hundle runder. Schließlich ließen sie es vor die Stadtmauer hinauslaufen, dorthin, wo die Belagerer es sehen mussten.
Ein Hund, der so gut genährt war, obwohl eine Stadt angeblich hungerte? Die Angreifer zogen ihren eigenen Schluss: Hinter den Mauern musste es noch reichlich zu essen geben. Eine schnelle Aufgabe der Stadt war offenbar nicht zu erwarten.
Ein bitteres Detail
Der Sage nach brachen die Belagerer ab. Aus Ärger schlugen sie dem Hund den Schwanz ab und schickten ihn zurück. Die Brettener hätten ihrem kleinen Retter später ein steinernes Denkmal gesetzt. So erklärt die Erzählung auch, warum das Hundle häufig ohne Schwanz dargestellt wird.
Die Sage und die Geschichte
Die Stadt Bretten beschreibt das Hundle ausdrücklich als Sage. Der frühere Leiter des Stadtmuseums, Dr. Peter Bahn, erklärt, dass keine der historischen Belagerungen Brettens durch einen Hund beendet wurde. Die tatsächliche Belagerung von 1504 und die Hundegeschichte gehören nicht als ein nachgewiesenes Ereignis zusammen.
Das Wahrzeichen ist dagegen real: An der Brettener Stiftskirche steht eine alte Hundefigur. Die Geschichte hat im Stadtbild und in der Erinnerung der Menschen einen festen Platz – auch ohne historischen Beweis für die Rettungstat.
Zum Weiterlesen
Die Erzählung oben ist eigenständig formuliert. Die Einordnung stützt sich auf Informationen aus Bretten.